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LEBENSLINIEN 5
für Flöte, Violine, Klavier und Schlagzeug (2011)
Konzept von Inge Besgen

UA: 19.11.2011, Stadttheater Rüsselsheim
Dauer: ca. 40 Minuten (Einzelsätze einzeln aufführbar)
Besetzung: Flöte (auch Bassflöte), Violine, Klavier, Schlagzeug (Vibraphon, Crotales (kompletter Satz), Hi-Hat, Becken (hängend), 4 Tom-toms (h, h-m, m, l), kleine Trommel

Besetzung der UA:
Jens Bohms - Flöte, Nicolai Bernstein - Violine, Paul L. Schäffer - Klavier, Nadezhda Rousseva - Schlagzeug


INHALT

1. "D." - Ouverture für Schlagzeug-Solo und Ensemble
2. "R." - Danza für Klavier-Solo und Ensemble
3. "M." - Fantasia upon one note für Bassflöte-Solo und Ensemble
4. "G." - Fragment für Violine-Solo und Ensemble

Ein zentrales Thema im Schaffen der Künstlerin Inge Besgen sind Struktur, Ausdruckskraft und Bedeutung der Linie. Standen bisher der zeichnerische Duktus, die Vielschichtigkeit sowie die Geschwindigkeit der gegenstandsentbundenen Linie im Vordergrund, wagt sich Besgen in ihrem Projekt „Lebenslinien“ an eine Vertonung menschlicher Charaktere.

Dabei ist sie auf einen Psychoanalytiker, einen Komponisten und verschiedene Musiker angewiesen; allen voran aber auf Personen, die anhand von Interviews etwas von ihrem Leben preiszugeben bereit sind.
Seit 2007, als die „Lebenslinien“ erstmals im Rahmen des Kultur-sommers in Rüsselsheim stattfanden, führt Inge Besgen dieses Projekt erfolgreich durch.

Besgen überträgt ihre Liniensprache also auf Lebenslinien, die sich in konkreten Lebensläufen und Lebensentwürfen offenbaren, ein sogenannter ‚roter Faden’.

Dazu wählt sie vier Personen aus, die sich durch politisches oder soziales Engagement, durch Kreativität oder besonderen Einsatz in ihrem Berufsumfeld oder einfach durch einen starken Charakter auszeichnen. Etwa eine Stunde lang unterhält sich die Künstlerin mit ihren Gesprächspartnern, sie interviewt die Personen in deren jeweiligen persönlichen und familiären Rahmen. Mittels eines Tonbandes werden die Unterhaltungen aufgezeichnet.

Immer handelt es sich bei den Befragten um zwei Frauen und zwei Männer, beispielsweise eine Politikerin / ein Politiker, eine Prominente / ein Prominenter, Geschäftsleute, Kulturschaffende sowie eine ‚unbekannte’ starke Persönlichkeit. Familienmitglieder und / oder Freunde sind als Begleitung bei dem Gespräch ausdrücklich erwünscht, damit diese ihre individuellen Einschätzungen der Person einbringen können. Jede ausgewählte Person wird aufgefordert, einzelne Abschnitte ihrer Lebensgeschichte zu erzählen und so ihre bisherige Biographie zur Sprache zu bringen. Durch Fragen und Stellungnahmen, Rückfragen und Kommentare entsteht ein selbstentworfenes, beschreibendes Portrait: So sehe ich mich; so sehen mich die anderen.

Anschließend wertet der Psychoanalytiker Dr. Rainer Paul aus Wiesbaden die aufgezeichneten Interviews aus. Unter Beachtung des Inhalts, der Dynamik und der sprachlichen Gestaltung entwirft er schriftliche Portraits der Befragten (Konversationsanalyse). Die Ergebnisse stellen die Basis für die Vertonungen dar, die ein Komponist erarbeitet und Musiker dann öffentlich in einem Konzert präsentieren. Die Titel der Musik ergeben sich aus Zitaten der Interviews. Diese Titel werden anfangs im Hintergrund eingeblendet, ohne dass der dazugehörige Name der Person genannt wird, so können die Zuhörer die Musikstücke völlig unvoreingenommen wahrnehmen. Erst am Ende der jeweiligen Komposition wird der Name der Person und somit die namentliche Widmung des Musikstücks eingeblendet.

Es sollen hinreichend genaue Portraits entstehen, ohne dass die Portraitierten sich preisgegeben fühlen. Allen Beteiligten ist bewusst, dass ihre Methoden subjektiv sind, dass sie bereits von den persönlichen Erfahrungen der Teilnehmenden geprägt sind.

Die Psychogramme, die Dr. Rainer Paul durch seine Auswertung der Interviews erstellt hat, werden in versiegelten Umschlägen aufbewahrt und können nach dem Tod der betreffenden Personen den Angehörigen auf Wunsch übermittelt werden

Geplant sind Aufführungen mit anderen Personen in anderen Städten im In- und Ausland. Auf diese Weise werden Wertschätzungen deutlich gemacht, und es kann sich ein interessanter Austausch zwischen verschiedenen Ländern und Kulturen ergeben.

Bei „Lebenslinien 4“ handelte es sich 2010 um den Pianisten, Komponisten und Arrangeur Christoph Schöpsdau aus Darmstadt, der mit den Musikern der IKS Big Band unter der Leitung von Horst Aussenhof die Vertonungen präsentieren wird.

2011 ist es der Komponist Paul Leonard Schäffer von der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main mit 4 Musikern (Kammermusik)                                                              

lic. phil. hist. Annette Senger

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PAUL LEONARD SCHÄFFER

Komponist, Dirigent, Pianist

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